Blattläuse natürlich bekämpfen – Hausmittel gegen Läuse

Blattläuse bekämpfen

Blattläuse kennt wohl jeder. Sie halten sich auf vielen verschiedenen Pflanzen auf. Blattläuse ernähren sich vom Pflanzensaft, der sehr viele Kohlehydrate enthält. Nach der Verdauung scheiden die kleinen Schädlinge den Pflanzensaft als sogenannten Honigtau wieder aus. Dieser wiederum ist die Nahrungsquelle von Ameisen, die sich ganze Kolonien von Blattläusen halten. Daraus ergibt sich, das es nicht reicht die Blattläuse zu bekämpfen, sondern auch die Ameisen.

Plötzlich und dann gleich als Epidemie treten Blattläuse auf. Genauso schnell, wie sie auftreten, können sie auch wieder verschwinden. Das Problem an Blattläusen ist das, dass sie Virus-Erkrankungen übertragen können und so die Pflanzen schädigen.

 

Mittel gegen Blattläuse

Blattlaus Feind Ameise
Es gibt verschiedene Mittel gegen Blattläuse, aber am sinnvollsten ist es, die Tierchen natürlich bekämpfen zu wollen. Das beste Mittel um Blattläuse zu bekämpfen, ist auf natürliche Fressfeinde zu setzen. Vögel, Insekten und Käfer haben Blattläuse auf ihrem Speiseplan. Marienkäfer und ihre Larven sind die größten Feinde von Blattläusen, die in einem Garten, der im ökologischen Gleichgewicht ist, immer vorhanden ist.
Starke Pflanzen stecken den Befall mit Blattläusen locker weg. Also sollte als Maßnahme, um Blattläuse zu bekämpfen, die Pflanzen zu stärken an oberster Stelle stehen. Individuelle Ansprüche der einzelnen Pflanzen tragen sehr zur Stärkung bei. Eine Überdüngung mit Stickstoff ist für Blattläuse sehr gut, denn dadurch wird der Pflanzensaft noch attraktiver für sie. Eine starke Düngung mit Stickstoff sollte also vermieden werden.

Um Zimmerpflanzen vor Blattläusen zu schützen, ist es wichtig ordentlich zu lüften und dafür zu sorgen, dass die Luft nie zu trocken wird.

Verschiedene Hausmittel sorgen dafür, dass Blattläuse biologisch bekämpft werden können.

 

Wer seinen Feind kennt, weiß, wie er zu bekämpfen ist

Am häufigsten finden sich in den Gärten die Apfelblutlaus, die grüne Pfirsichblattlaus, die grüne Apfelblattlaus, die Sitkafichtenlaus, die Rosenblattlaus, die schwarze Bohnenlaus. Der jeweilige Name sagt viel aus über die Pflanzen auf denen sie sich ansiedeln. Sie Überwintern auf Wirtspflanzen und vermehren sich sofort nach dem Schlüpfen. Die Nachkommen sind schon nach einer Woche geschlechtsreif. Um sich weiter wegzubewegen, werden nach einigen Generationen beflügelte Blattläuse geboren. Sie suchen sich gleichartige Pflanzen und besiedeln diese.

Florfliegenkästen, Totholzhecken oder Insektenhotels bringen Nützlinge in den Garten, die gerne Blattläuse fressen. Wer es den Nützlingen bequem macht, kann es sich selbst auch bequem machen und muss sich kaum um die Blattlausbekämpfung kümmern.

 

Chemische Keulen sind selten notwendig

Wer größere Ansammlungen gleicher Pflanzen in seinem Garten vermeidet und Mischkulturen im Gemüsegarten hat, kann schon einiges gegen Blattläuse tun. Sollten trotzdem schwarze Blattläuse oder andere Läuse die Pflanzen befallen, reicht es oft schon aus, die entsprechenden Pflanzen mit einem härteren Wasserstrahl zu duschen. So werden die Blattläuse abgespült und schädigen die entsprechenden Pflanzen nicht weiter. Die befallenen Triebe können auch abgeschnitten und entsorgt werden. Auch das wird die Zahl der Schädlinge dezimieren. Eine weitere Möglichkeit ist das Zerdrücken der kleinen Tierchen. Werden die Pflanzen mit Rapsöl eingesprüht, verstopfen deren Atmungsorgane und die Blattläuse ersticken. Auch eine Mischung mit Schmierseife macht den kleinen Tieren den Garaus. Egal, ob es sich dabei um weiße oder gelbe Blattläuse handelt. Kapuzinerkresse soll bei Obstbäumen grüne Blattläuse bekämpfen, wenn sie rund um die Baumscheibe gepflanzt wird. Da es sich aber um unterschiedliche Lausarten handelt, die von Kapuzinerkresse ferngehalten wird und die Obstbäume befällt, ist dies ein weitverbreiteter Irrtum.

Verschiedene Mittel, die sich in fast jedem Haushalt finden, helfen sehr gut, wenn Pflanzen von Läusen befallen sind. Dazu gehört der Brennnesselsud. Mehrere hundert Gramm Brennnessel werden in einem Eimer Wasser eingeweicht. Nach 24 Stunden kann der Sud auf die befallenen Pflanzen aufgesprüht werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Pflanzen gut und von allen Seiten besprüht werden. Genauso sieht es auch mit einer Spülmittel Wasser Lösung aus. Bei dieser Lösung mit Spüli darf jedoch nichts in den Boden gelangen, also sollte der Boden rund um die Pflanze gut abgedeckt sein. Bei Zierpflanzen kann auch ein Tabaksud hilfreich sein. Dabei wird Tabak oder Zigarettenstummel gekocht. Wenn die Brühe braun wird, sollte sie abgeschüttet werden. Wenn der Sud kalt ist, kann er verwendet werden. Diese Methode eignet sich jedoch nicht für Gemüse, Kräuter und Obst.

Ein 24 stündiges Wasserbad hilft, Zimmerpflanzen von Blattläusen zu befreien. Dabei muss die ganze Pflanze im Wasser sein.

 

Natürliche Bekämpfung mit Spüli

 

 

Welche Pflanzen werden von Blattläusen gerne besiedelt?

  • Hibiskus
  • Schneeballpflanzen
  • Falscher Jasmin
  • Rote Johannisbeere
  • Holunder
  • Rosen

sind sehr beliebt, nicht nur bei weißen Blattläusen. In der Blütezeit wird ein Apfelbaum und andere Obstbäume auch sehr gerne von Blattläusen befallen. In Balkonkästen werden Margeriten, Petunien, Fuchsien und Kapuzinerkresse gerne von Blattläusen heimgesucht. Dazwischen kann Lavendel gepflanzt werden, denn diesen mögen die kleinen Schädlinge nicht.

 

Tier Lateinischer Name Wo zu finden?
Große Rosenblattlaus Macrosiphum rosae Rosen, Birne, Apfel, Erdbeere
Schwarze Bohnenlaus Aphis fabae Bohnen, Kartoffeln, Rüben, Schneeball, Pfaffenhütchen
Apfelblutlaus Eriosoma lanigerum Apfel, Birne, Quitte
Grüne Pfirsichblattlaus Myzus persicae Pflaume, Pfirsich, Mirabelle, verschiedene Gemüse und Unkräuter
Sitkafichtenlaus Liosomaphis abietinum Diverse Fichten- und Tannenarten

 

Sinnvolles und Wichtiges

Alle Pflanzen sollten regelmäßig auf Blattläuse untersucht werden. Da starke Pflanzen einen Blattlausbefall leichter überstehen als geschwächte, sollten den Pflanzen regelmäßig Stärkungsmittel, wie Bennnesselsud oder Ackerschachtelhalmsud, zugesetzt werden. Natürliche Mittel sind den chemischen immer vorzuziehen, denn diese können Pflanze und Boden mehr schädigen, als die Blattlaus. Hausmittel Anwendungen sollten regelmäßig wiederholt werden, um ihre Wirkung zu verstärken. Wer auf natürliche Fressfeinde setzt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass der Erfolg eventuell erst nach einer bestimmten Zeit einsetzt. Auch die Fressfeinde vermehren sich, wenn das Nahrungsangebot stimmt.

Chemische Mittel greifen meist in den ökologischen Haushalt ein, gefährden Menschen und Tiere und sollten deshalb nicht unbedingt genutzt werden. Sie sind normalerweise auch nicht nötig, um Blattläuse zu bekämpfen.

Bei blühenden Zimmerpflanzen, die von Blattläusen befallen sind, hat es sich gezeigt, dass die Pflanzen 1-2 Tage auf den Balkon gestellt werden. So verschwinden die Blattläuse ohne großen Aufwand.

 

Ursprung & Wissenswertes über Blattläuse

Eine triassische Lagestätte in Australien gilt als Fundort der ältesten Blattlaus. Im Baltischen Bernstein sind Blattläuse oft als Inklusen vorhanden. Das deutet daraufhin, dass es Blattläuse schon sehr lange gibt. Da im baltischen Bernstein oft Ameisen mit den kleinen Tierchen zusammen eingeschlossen sind, kann davon ausgegangen werden, dass Ameisen schon sehr früh Blattläuse als Haustiere gehalten haben.

Eine Blattlaus ist ein eins bis sieben Millimeter großes Tier, es ist flach bis oval und hat sechs Beine. Am Kopf hat die Blattlaus einen Stechsaugrüssel, mit dem sie in die Pflanzen sticht und den Pflanzensaft aussaugt. Des weiteren verfügt das Tier über zwei Fühler. Zwei röhrenartige Ausstülpungen, die Ähnlichkeit mit Auspuffen am Auto haben, dienen zur Ausscheidung eines Sekrets, dass andere Blattläuse vor Gefahr warnt.

Trieben, Knospen und Blätter gehören zur bevorzugten Nahrung von Blattläusen. Wenn eine Pflanze von Blattläusen befallen ist, dann wird an der Unterseide der Blätter eine klebrige Flüssigkeit, der Honigtau, zu finden sein. Dieser Honigtau begünstigt die Ansiedlung von Rußtaupilzen, die die Pflanzen mit einer schwarzen rußartigen Schicht überziehen.

Blätter kringeln und verfärben sich, befallene Triebe verkümmern. Aber der Hauptgrund, weshalb Blattläuse nicht gerne gesehen werden, ist die Tatsache, dass sie virale Erkrankungen verbreiten. Blattläuse zu vernichten ist nicht besonders schwer, sollte jedoch frühzeitig gestartet werden. Im Garten kann ein paar Tage abgewartet werden, bis der Laus zu Leibe gerückt wird, jedoch sollte im Haus baldmöglichst etwas gegen die Schädlinge getan werden. Es gibt genügend Möglichkeiten biologisch und natürlich gegen Blattläuse vorzugehen.

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